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Das besondere Objekt: Reiseflasche

Reiseflasche aus dem 1. Jahrhundert nach Christus (Foto: Bibelhaus Erlebnis Museum)
Reiseflasche

Flaschen waren schon in der Antike übliche Nutzgegenstände. Im Bibelhaus ist eine Flasche aus dem 1. Jahrhundert nach Christus zu sehen. Die Flasche wurde auf der judäischen Festung Masada gefunden. Sie stammt aus dem 1. Jahrhundert nach Christus und verfügt über eine außergewöhnliche Form. Auf der einen Seite ist sie relativ flach und besitzt nur eine geringe Wölbung. Auf der Gegenseite ist sie dagegen stark ausgewölbt. Weiterhin befinden sich rechts und links des Flaschenhalses zwei kleine Henkel quer zu der flachen und starken Auswölbung.

Die außergewöhnliche Form weist darauf hin, dass es sich um eine Reiseflasche handelt. Durch die beiden Henkel wird ein Band gezogen, mit dessen Hilfe sich Reisende die Flasche umhängen können. Mit der relativ flachen Seite liegt sie beim Tragen am Körper an. Der voluminöse Bauch auf der anderen Seite ermöglicht das Mitführen einer ausreichenden Menge von Getränken, wobei vornehmlich an Wasser zu denken ist.

Die Pilgerfahrt zum herodianischen Tempel

In Judäa war im 1. Jahrhundert aus religiöser Sicht die Pilgerfahrt zum herodianischen Tempel nach Jerusalem die wichtigste Reise. Dabei wurden solche Flaschen sicherlich mitgeführt. Das 5. Buch Mose / Deuteronomium 16,16 legt fest: „Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist bei dir, vor dem HERRN, deinem Gott, erscheinen an der Stätte, die der HERR erwählen wird: zum Fest der Ungesäuerten Brote [Pessach], zum Wochenfest [Schawuot] und zum Laubhüttenfest [Sukkot].“

Die Pilgerpflicht besteht also nur für Männer, nicht aber für Frauen. Der Evangelist Lukas berichtet jedoch in seiner Erzählung vom zwölfjährigen Jesus im Tempel von einer Pilgerreise aus Anlass des Pessach-Festes, an der auch Maria teilgenommen hat. Es scheint also durchaus üblich gewesen sein, dass sich Frauen den Pilgerfahrten angeschlossen haben.

Der Jude Jesus von Nazareth erfüllt auch als erwachsener Mann seine Pilgerpflicht. Der Evangelist Johannes berichtet von mehreren seiner Pilgerreisen nach Jerusalem. Während eines Pilgeraufenthaltes zum Pessach-Fest ungefähr um das Jahr 30 wird Jesus von den Römern am Kreuz hingerichtet.