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Die Bibel in der eigenen Muttersprache

Koberger Bibel, Nürnberg 1483. (WLB: Bb deutsch 1483 01)
Koberger Bibel

Das erste von Gutenberg gedruckte Buch ist die Bibel. Er verwendet dabei den lateinischen Text der sogenannten Vulgata des Hieronymus (347 bis 420 nach Christus). Das zunehmend gebildete Bürgertum will die Bibel aber in der eigenen Sprache lesen und verstehen können. Es sucht nach Zugang zum biblischen Text in der landestypischen Sprache. Dem steht das kirchliche Gebot entgegen, nur die lateinische Vulgata zu verwenden. Dennoch erscheinen schon vor Erfindung des Buchdrucks einzelne Texte und ganze Teile der Bibel in Deutsch und anderen Volkssprachen.

Erste deutschsprachige
Bibeln vor Luther

Nach Gutenbergs Erfindung entstehen in schneller Abfolge insgesamt 18 komplette Bibeln mit dem Alten und dem Neuen Testament in deutscher Sprache. Zunächst erscheinen Ausgaben in oberdeutschen, also süd- und mitteldeutschen Dialekten. Bald gibt es auch niederdeutsche Drucke.

Auch wenn diese Bibeln eine gewisse Verbreitung erfahren, kann sich keine wirklich durchsetzen. Das zeigt schon die relativ hohe Zahl unterschiedlicher Ausgaben in verhältnismäßig kurzer Zeit. Grund dafür ist, dass ihre Sprache relativ kompliziert und schwer verständlich ist. Die Menschen fühlen sich vom Text nicht ausreichend angesprochen.

Erste Seite des Matthäusevangeliums aus dem so genannten Septembertestament, Wittenberg 1522. (BSB: Res/B.g.luth.8)
Septembertestament

Luthers Meisterwerk

In dieser Situation veröffentlicht der Augustinermönch Martin Luther am 31. Oktober 1517 an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg seine 95 Thesen zum Zustand der Kirche. Er versteht dies als Aufforderung zu einem innerkirchlichen Dialog. Seine Thesen finden öffentlichen Widerhall, werden aber von der Kirche bekämpft. Luther wird exkommuniziert.

Der römisch-deutsche König und Kaiser Karl V. zitiert den Mönch 1521 vor den Reichstag nach Worms. Er will ihn zum Widerruf seiner Thesen bewegen. Luther widersteht und wird unter Reichsacht gestellt. Er ist jetzt vogelfrei. Sein Landesherr, der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise.

Diesen Aufenthalt nutzt Luther, um in Zusammenarbeit mit anderen Theologen und Sprachwissenschaftlern eine Übersetzung des Neuen Testamentes zu erarbeiten. Und - er geht bei seiner Übersetzung neue Wege.

Dem Volk aufs Maul geschaut

Luther benutzt neben der lateinischen Vulgata auch die griechischen und für das Alte Testament später auch die hebräischen Urtexte. Er schaut dem Volk aufs Maul, wie er es nennt und verwendet eine verständliche Sprache. Luther prägt dabei Wortbilder, die vielen bis heute bekannt sind. Er gibt einen entscheidenden Anstoß für die Entstehung der modernen deutschen Sprache.

Erste Seite des Glossars der Petri-Bibel, Basel 1523 (WLB: Bb deutsch 1534 01-1)
Erste Seite des Glossars der Petri-Bibel, Basel 1523

Die Zeichen der Zeit erkannt

Seine Übersetzung des Neuen Testamentes erscheint im September 1522: das sogenannte Septembertestament. Es hat eine überwältigende Wirkung und verbreitet sich rasend schnell. Noch im Dezember 1522 erscheint eine weitere Auflage: das Dezembertestament.
Auf Grund des großen Erfolges entstehen bald nicht autorisierte Nachdrucke. Luther beginnt 1523 zusammen mit seinem Team, an der Übersetzung des Alten Testaments zu arbeiten. Zunächst geben sie Teilübersetzungen einzelner Texte heraus. Die erste lutherische Vollbibel mit Altem und Neuem Testament erscheint 1534.

Luther ist nicht der Einzige

Etwa zeitgleich übersetzen auch Reformatoren in der Schweiz die Heilige Schrift in die deutsche Sprache. Es entsteht die Zürcher Bibel. Der Druck, die Bibel in der eigenen Muttersprache lesen zu können, erfasst sogar die katholische Kirche. Sie gibt mehrere Übersetzungen in Auftrag. Aber keines dieser Projekte ist so erfolgreich wie „Luthers Meisterwerk“.

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