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Jaffa oder Yafo

Hafen von Jaffa

Der ehemalige ZDF-Korrespondent in Israel, Gerd Helbig, hat sich ein eigenes Bild vom Leben in Jaffa machen können. Mit seinem Beitrag startet eine Reihe von Online-Artikeln zur bevorstehenden Ausstellung. [mehr]

Yafo − gestern, vorgestern: Die Vergangenheit liegt noch vor uns

Fragment des Ramses-Tores

Die archäologische Erforschung der Stadt Jaffa von der Besiedlung in der Bronzezeit bis ins 20. Jahrhundert beschreibt Dr. Martin Peilstöcker. [mehr]


Pfeifenrauch und Kaffeehäuser

Uferpromenade in Jaffa
Uferpromenade

Von Dr. Martin Peilstöcker

Ende der 90iger Jahre begannen Arbeiten zur Verschönerung der Uferpromenade Jaffas. Bei den in diesem Zusammenhang durchgeführten Ausgrabungen, kam es zu einer interessanten Entdeckung. In einer Grube neben einem Gebäude wurden weit über hundert Pfeifenköpfe aus Ton gefunden. Die Pfeifenköpfe können in das späte 19. oder frühe 20. Jahrhundert datiert werden und dienten zum Tabakrauchen. Das Rauchen von Tabak in Pfeifen erreichte Europa und den Nahen Osten aus Amerika kommend im 16. Jahrhundert.

Chibouk
Chibouk

Der Chibouk aus drei Teilen

In Westeuropa wurde Tabak hauptsächlich in Porzellanpfeifen geraucht, während er im Osmanischen Reich in Pfeifen, den sogenannten Chibouk geraucht wurde. Chibouk bestanden aus drei Teilen: ein tönerner Pfeifenkopf verbunden mit einem Holzrohr an dessen Ende sich eine steinernes Mundstück befand. Nachdem das Tabakrauchen zunächst sogar unter Strafe stand, kam es nach seiner Legalisierung im Laufe des 17. Jahrhunderts in Mode und war im 18. Jahrhundert in allen Bevölkerungsschichten weit verbreitet. Mit der Öffnung zum Westen und der damit verbundenen Verbreitung von Zigaretten nahm der Gebrauch von Pfeifen dann am Anfang des 20. Jahrhunderts ab, nur Wasserpfeifen wurden weiterhin geraucht.

Ausschnitt aus dem Stadtplan Sandels
Stadtplan

Kaffeehäuser am kleinen Markt

Auf einem der frühesten Stadtpläne Jaffas von Theodor Sandel, den dieser für einen Aufsatz von Schwartz in der Zeitschrift des Deutschen Palästina Vereins 1880 anfertigte, sehen wir das Gebiet in dem die Pfeifenköpfe gefunden wurden. Dort, wo die Seemauer, die zum Schutz der Stadt gegen das Meer und die, die über das Meer kommend Unheil brachten, sich mit der Stadtmauer nach Osten verband, war ein kleiner Markt. Dort befanden sicher auch Kaffeehäuser, in denen das Rauchen besonders populär war.

David Roberts: „Coffee Shop Jaffa"
„Coffee Shop Jaffa"

"Coffee Shop Jaffa"

Aus etwa derselben Zeit (1839) existiert eine Darstellung des Englischen Malers David Roberts, mit dem Titel „Coffee Shop Jaffa“. Es zeigt einen Hof mit einstöckigen offenen Läden und Gruppen von Einheimischen, die in ihnen sitzen, Kaffee trinkend und rauchend. Auch wenn das genaue Motiv Roberts unbekannt ist, so könnte es doch sein, dass dies die Stelle ist, an der man saß, rauchte und Kaffee trank und sich eine kühle Brise vom Meer her um die Nase wehen ließ.

Pfeifenkopf mit Verzierung
Pfeifenkopf

Kunstvolle Verzierungen und Herstellerstempel

Leicht geschah es, dass ein tönerner Pfeifenkopf brach und dann wurde er durch einen neuen ersetzt während der kaputte in der Abfallgrube hinter dem Haus verschwand. Fünf dieser Pfeifenköpfe sind in der Ausstellung zu sehen zusammen mit Scherben der Tassen, aus denen dazu der Kaffee getrunken wurde. Die Pfeifenköpfe zeichnen sich durch eine kunstvolle Verzierung aus, die sie in zahlreichen Varianten schmückten, oft waren sie auch mit Herstellerstempeln versehen. Auch wenn als Tabakpfeife heute nur noch die Nargila, die Wasserpfeife in Gebrauch ist, so erinnern die Kaffeetässchen der Händler im Flohmarkt noch etwas an die vergangenen Zeiten.

Autor Dr. Martin Peilstöcker ist Archäologe, einer der beiden Leiter des "Jaffa Cultural Heritage Projekt“ und Kurator der Jaffa-Ausstellung im Bibelhaus.

Neuerscheinung

Das Buch zur Ausstellung "Jaffa - Tor zum Heiligen Land" ist jetzt erschienen bei Nünnerich-Asmus Verlag & Media. Die Herausgeber sind Martin Peilstöcker und Jürgen Schefzyk.

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